Habe ich Depressionen?

Du fühlst dich schlecht, schlapp, antriebslos? Und egal, was du auch tust, es wird nicht besser?
Bestimmt gibt es niemanden, dem es nicht schon einmal so ging. Meistens kommt man aus diesem Gemütszustand zum Glück aber schnell wieder raus. Sobald die Langeweile verflogen ist, die Klausur in der Schule hinter einem liegt oder der Frust über einen Streit abgeklungen ist, ist auch die depressive Stimmung verschwunden.

Aber was, wenn dieses Gefühl an einem kleben bleibt? Oder es für dieses Gefühl überhaupt keinen Grund gibt? Hat man dann schon richtige Depressionen? Eine gute Antwort darauf hatte einmal coldmirror (bekannt aus den Harry Potter Neusynchronisationen, die selbst Jahre lang unter Depressionen litt) in der sie sagte:
>>Depression bedeutet nicht das Vorhandensein von Traurigkeit, sondern das Fehlen von Hoffnung<<.
Wenn du also das Gefühl hast, egal, was du auch unternimmst, oder unternehmen würdest, es dir einfach nicht besser geht und du dich nur schwer dazu aufraffen kannst, kann man tatsächlich bereits von Depressionen sprechen.


Typische Symptome sind zum Beispiel:

  • Gedrückte Stimmung, man kann keine Freude mehr empfinden
  • Farben werden weniger intensiv wahrgenommen
  • Interessensverlust für Dinge die man vorher gerne getan hat
  • Schlafstörungen
  • Minderwertigkeitsgefühl
  • Keinen Hunger
  • Das Gefühl, nicht richtig Luft zu bekommen
  • Vielleicht sogar den Wunsch zu sterben



Bei Depressionen spricht man von einer Krankheit, bei der der Betroffene ernsthafte Hilfe braucht, selbst wenn er nicht den Wunsch hat, sich umzubringen. Es gibt leider kein Rezept für die ultimative Heilmethode, jeder Mensch braucht in dieser Zeit etwas anderes, aber es ist definitiv heilbar. Es braucht nur Zeit.
Ein Psychologe erklärte es mal so, dass diese Krankheit sprichwörtlich eine Blockade ins Gehirn setzt, die verhindert, dass es gescheiht weiterarbeiten kann. Diese Blockade kann auf unterschiedliche Weise beseitigt werden, auch hier ist wieder jeder Mensch anders. Bei dem einen helfen spezielle Tabletten, die er vom Arzt verordnet bekommt, ein anderer braucht einfach seine Freunde oder die Familie, die das mit ihm durchstehen und wieder andere brauchen vielleicht einfach nur eine Fernsehserie, die ihn ablenkt. Aber IMMER braucht der Betroffene ganz dringend Hilfe. Denn es kann im Körper viel zu viel kaputt gehen, wenn man ewig so vor sich hinvegetiert.


Was kann man selbst tun?

  • Aktiv etwas unternehmen, auch wenn es einem in dem Moment total sinnlos vorkommt. Die Eindrücke speichern sich ins Unterbewusstsein und helfen dem Gehirn, sich zu erholen, auch wenn man das gar nicht merkt. Besonders gut tut einem die Farbe grün, also kannst du zum Beispiel den nächstgelegenen Wald oder Park erkunden.
  • Sich jemandem anvertrauen. Friss den Kummer auf keinen Fall in dich rein oder verkrieche dich ununterbrochen, sondern erzähle jemandem davon, dem du vertraust.
  • Und wo wir grad beim Fressen sind, iss viel Gesundes. Die Vitamine und alles, was sonst noch in einem schönen Pfirsich oder einer Banane stecken, schütten Glückshormone aus. Natürlich bist du nach einem dummen Apfel nicht automatisch wieder glücklich, aber dein Gehirn arbeitet dann daran.
  • Sag dir immer wieder, dass es vorrüber geht - denn das tut es - und sich das Leben danach wieder sehr viel besser anfühlen wird, auch wenn es gerade total ausweglos scheint.
  • Lenk dich ab. Schau dir zum Beispiel die Probleme anderer Leute an, dabei wirst du sogar merken, dass du nicht allein auf der Welt bist.
  • Leg dir Einschlaf-Rituale zu. Lies im Bett noch ein wenig oder hör Musik oder strick dir eine Mütze oder was auch immer. Irgendwas, das dich zur Ruhe kommen und abschalten lässt.
  • Geh ins Licht. Also nicht, dass du sterben sollst, sondern dass dir Sonnenlicht unfassbar helfen wird. Denn auch darauf springt dein Gehirn an, genau wie bei dem Pfirsich.


Und noch ein Tipp, den ich mal bekommen habe: Wenn du in einer Situation steckst, die sich nach Sackgasse anfühlt und du glaubst, dass sich niemals etwas ändern wird, ändere die Perspektive. Du bist mit deinem Leben nicht glücklich? Dann ändere es. Wechsel die Ausbildung oder die Schule; zieh weg, wenn du alt genug bist; halte dich von Freunden fern, die dir nicht gut tun. Ich kann dir versprechen, dass es jemanden geben wird, der dir die Veränderung schlechtreden wird (Eltern, Freunde, Mitschüler, Kollegen), aber es ist dein Leben oder? Die andere Person hat auch kein besseres Leben, wenn du weiter leidest, also denk an dich selbst und nicht daran, was für fiese Sachen du dann dauernd zu hören kriegen wirst (und selbst wenn, denk an den Punkt, solche Leute zu meiden). Das ist wirklich immer so ein verdammt blöder Spruch, aber es ist dein Leben! Es muss auch für dich passen und nicht nur für die anderen.

Wir wünsche allen da draußen, dass es euch ganz bald wieder gut geht. Ihr seid nicht allein.

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